Im Rahmen der Finanzkrise wird auch noch der letzte Grundsatz ordnungsgemäßer Buchführung mir nichts dir nichts über Bord geworfen. Eilig wurden nun Bürgschaften und Beteiligungen organisiert und mal eben im Vorbeigehen die Bilanzierungsregeln geändert.
Die Aussagefähigkeit der Bankbilanzen wird also in den nächsten Quartalen gegen Null gehen. Investoren und Kunden könnten auch gleich zur Wahrsagerin gehen, wenn sie wissen wollen, wie es um ein Institut steht.
Doch damit nicht genug. Die Banken verabreden sich jetzt auch noch zu einer gemeinsamen Verschleierungstaktik. Man sagt einfach nicht, wer alles staatliche Hilfe in Anspruch nehmen möchte. Man verschweigt also frech den Zustand der Kreditwürdigkeit. Wie dadurch Vertrauen hergestellt werden soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.
Aber Bankkunden obacht: Dieses Argument merken wir uns. Und wenn wir demnächst mal einen Kredit für unser kleines Startup benötigen, werden wir einfach alles verschweigen, was der Bank zur Festellung unserer Kreditwürdigkeit dienen könnte. Wir verweisen dann beim Beratergespräch einfach auf das eigene Verhalten.
Wie es früher einmal war, als es noch ordentliche Kaufleute gab, kann man hier, in diesem altertümlich anmutenden Dokument nachlesen: Dort heißt es z.b. , die Aufgabe einer ordnungsgemäßen Buchführung sei es:Gläubiger und Unternehmenseigner vor unkorrekten Daten, Informationen und möglichen Verlusten weitestgehend zu schützen. Es herrscht der „Grundsatz der Richtigkeit und Willkürfreiheit“.
Liebe Wikipedia-Autoren, ihr sollte euch schleunigst an die Arbeit machen und diese Passagen schleunigst umschreiben. Denn nunmehr gilt der Grundsatz der Verschleierung und Willkür.
Oktober 19, 2008 at 6:37
Zur Verschleierungsstrategie gehört dann auch, das Asmussen nicht mehr auf der TSi Seite als Mitglied des Gesellschafterbereits aufgeführt wird. Zur eher dreisten Variante gehörte der Vorschlag von Merkel, Tietmeyer zum Kommissionsvorsteher zu machen. Usw. Schon mal Neel Kashkaris Vergangenheit angeschaut?
Mein Lieblingsitat aus „Der Leopard“: “ Es muss sich viel ändern damit alles gleich bleibt!“