Bislang dachte ich, das Bankgeschäft funktioniert so: Gebe demjenigen, der dir sein Geld anvertraut einen geringen Zinssatz und verleihe das dir anvertraute Geld an jemand anderen, von dem du dann einen hohen Zinssatz kassierst. Davon wirst du als Bank dann gut leben, wenn du darauf achtest, dass du nicht gleich alles Geld verleihst.

Aber irgendwie habe ich da was nicht mitbekommen, denn derzeit funktioniert das Bankgeschäft ganz offensichtlich genau umgekehrt. Beispielswiese bei der Targobank, former known as Citibank Deutschland: Wer dort Geld einlegt, bekommt für ein 12monats-Festgeld 5,15% Zinsen. Wer sich Geld leihen möchte, bekommt das aber schon ab 3,99%. Selbst Baugeld für 15 Jahre liegt noch unter 5%.

Wie lässt sich diese Differenz von verrücken 1,16 Prozentpunkten (ohne Berücksichtigung von Fristigkeiten und Beträgen) erklären? Vermutlich nur damit, dass die Banken Liquidität, Einlagen und Eigenkapital um jeden Preis brauchen.

Was würde nun geschehen, wenn Herr A. von der Bank D. oder einer seiner cleveren Invstementbanker dieses Angebot entdecken würde? Ganz einfach: Herr A würde sich 100.000.000 Euro zum geringen Zinssatz bei der Citibank leihen das Geld aber direkt dort lassen, um es zum hohen Zinssatz anzulegen.

Den Wert der zu erwartenden Zinszahlungen würde er nutzen, um bei der Bank damit einen weiteren Kredit in Höhe von 100.000.000 zu bekommen, den er entweder wieder dort oder bei der WestLB anlegen würde.

Kann sein, dass er aus den zu erwartenden Zinserträgen auch ein Wertpapier macht, welches er an andere Banken weiterverkauft, die IKB z.B.. Vielleicht sogar an die Citibank! Wer weiß?

Für diese besonders schlauen Transaktionen, bekommt Herr A. dann ein Jahresgehalt von mehr als 10.000.000 Euro.

Was soll man dazu sagen? Die Citibank hat verdammtes Glück, dass nicht alle Kunden so denken wie Herr A.

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