Post von Cortal Consors. Die Urgroßmutter des Onlinebankings in Deutschland sorgt sich um ihre Kunden und lieferte heute eine vertrauensbildende Maßnahme in die Briefkästen ihrer Kunden. Darin heißt es: Sehr geehrte(r)… „Auch Sie verfolgen in den Medien die Diskussion zum Thema Finanzkrise und Sicherheit deutscher Banken. Diese Diskussion wird leider oft wenig sachkundig geführt und die Verunsicherung der Kunden durch falsche Information noch verstärkt.

Ist das so? Ich bin keineswegs durch die Diskussion in den Medien verunsichert, sondern durch das unvorstellbare Ausmaß dieser Krise. Das sollten man bitte nicht verwechseln.

Und wenn ihr, liebe Consors, glaubt, mir jetzt mitteilen zu müssen, dass Consors Deutschland „eine profitable und damit stabile Bank“ ist und euer Mutterkonzern BNP Parisbas „mit einem Eigenkapital in Höhe von über 50 Mrd. Euro (Stand: 30.06.2008) die zweitgrößte Bank der Eurozone“ ist, dann hätte ich gerne auch die ganze Wahrheit gewußt. Nämlich dass die BNP auch das staatliche Rettungspaket in Anspruch nimmt und zwar in Höhe von 2,55 Mrd. Euro.

Und was bedeutet in diesen Zeiten schon die Größe einer Bank? Nichts! Die US-Bank Wachovia oder der Versicherer AIG sind (waren) auch nicht gerade klein. Die Mechanismen dieser Krise sind eben ganz andere.

Dennoch scheint mir aus laienhafter Sicht Consors bzw. BNP in diesen Zeiten wirklich eine der besseren Adressen zu sein, wenn das überhaupt noch irgendein Mensch sagen kann. Der Aktienkurs der BNP jedenfalls ist weit weniger unter Druck geraten, als die Notierungen der deutschen Banken.

Allerdings verbirgt sich hinter dem Anschreiben sicher auch ein Geschichte. Wieviel Kunden ziehen denn ihr Geld von ihren Onlinekonten ab? Findet überhaupt noch ein Handel statt und könnte Consors am Ende dadurch doch unter Druck geraten? Ist der Brief nicht am Ende kontraproduktiv?

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