Das ist ja lustig, Alan Greenspan, der Ex-US-Notenbankchef hat uns die ganze Zeit an der Nase herumgeführt. Er war auch nicht schlauer als wir! Im Kreuzverhör vor einem Ausschuss des US-Repräsentatenhauses gestand Greenspan nun: Keine Aufsichtsbehörte sei klug genug, um diesen „once-in-a-century credit tsunami“ vorauszusehen. Da fragt man sich schon, warum hat er die ganze Zeit eigentlich immer so getan?

Konfrontiert mit seinen eigenen Aussagen aus der Vergangenheit (ther is „no evidence“ home prices would collapse and „the worst may well be over“) gestand er, dass er mit seiner Meinung, die Banken seien zu einer Risikoabwägung fähig und würden sich allein aus Eigennutz vor Übertreibungen schützen können, falsch lag.

Irgendwie ein komisches Gefühl, die ganze Zeit einem falschen Propheten hinterher gelaufen zu sein.

Und geradezu erschreckend klingt es, wenn Greenspan sagt: . „I did not forecast a significant decline because we had never had a significant decline in prices.“ Mit anderen Worten: Weil wir eine Entwicklung vorher noch nie beobachtet haben, rechnen wir auch nicht damit, dass sie in Zukunft eintreten könnte. Da hätte ich aber ein wenig mehr an Prognosekraft erwartet. Doch der ehemalige Fed-Chef glaubt, dass auch das zuviel verlangt ist: „Wir sind als Menschen einfach nicht klug. Wir können die Dinge nicht so weit im Voraus sehen.“

Aber nicht nur das, Greenspan gestand auch, dass er oft einfach dem Willen des Kongres gefolgt sei und so gehandelt habe, wie man es von ihm erwarte und nicht das getan habe, was er selbst für richtig hielt – wie bitte?

Dass er dann noch meint credit-default swaps „have serious problems“, ist fast nur noch eine Fußnote wert. Ausführlich nachzulesen im Wall Street Journal.

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