Als Übersprungbewegungen (auch: Übersprung(s)handlung, Übersprungverhalten; engl.: displacement activities, gelegentlich auch: substitute activities oder behaviour out of context) werden in der Ethologie Verhaltensweisen bezeichnet, die vom Beobachter als „unerwartet“ empfunden werden, da sie außerhalb der Verhaltensfolge auftreten, in der sie einem unmittelbaren Zweck dienen.

Wenn ein Huhn angegriffen wird und es sich weder verteidigen noch fliehen kann, dann fängt es eben an zu picken.

Auch der der marktwirtschaftlich geprägte Mensch neigt zu Übersprungshandlungen. Wenn er vor einer drohenden Rezession werder fliehen noch ihre systembedingten Ursachen ändern kann, dann baut er eben Straßen.

Das jedenfalls schlagen jetzt die fünf Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten vor. Der arme Mensch, das dumme Huhn.

PS: die OECD sagt zu diesem Thema übrigens Folgendes:

Recent phenomenal growth in energy and transport use has led to more pollution, resource depletion, congestion, and an increase in greenhouse gas emissions, which all contribute to climate change.

Aber was rege ich mich auf. Schon die in dieser Woche vorgestellte Studie der OECD zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels und möglichen Reaktionen darauf wurde in den Medien mehr oder weniger totgeschwiegen.

Wir haben ja Finanzkrise und der Autoindustrie geht es schlecht. Wenn wir die wirtschaftlichen Folgen des Kilmawandels spüren ist es noch früh genug, sich damit zu beschäftigen. Eins nach dem anderen.  Außerdem können wir dann immer noch behaupten, dass man das mit diesen drastischen Klimafolgen ja nicht hätte ahnen können.

Aber vielleicht werden dann in 30 Jahren die jüngeren Leute in fragen: „Warum habt ihr nichts unternommen? Ihr wußtet doch alle Bescheid!“

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