Heute habe ich ein weiters Interview zum Thema Cyberprotest geführt und zwar mit Christoph von Bautz. Er ist einer der Initiatoren von campact.de und deren hauptamtlicher Pressesprecher. Das merkt man schnell während des Interviews.

Campact ist ist der deutsche Nachbau von moveon.org, der großen amerikanischen Plattform für politische Kampagnen. Moveon wurde schon 1998 im Zusammenhang des Impeachment-Verfahrens gegen Präsident Clinton gegründet. Joan Blades und Wes Boyd, zwei Unternehmer aus dem Silicon Valley waren ziemlich genervt von der Berichterstattung zu dem Thema, die sich ihrer Meinung nach nur auf die Nebensächlichkeiten (Sex-Skandal) konzentrierte und dabei die wichtigen politischen Themen ernachlässigte. Darum starteten sie eine Onlinepetition „to Censure President Clinton and Move On to Pressing Issues Facing the Nation“. (Clinton wurde aber dann frei gesprochen und nicht zensiert).

Mittlerweile mobilisiert Moveon Millionen, z.B. zur Unterstützung von Barack Obama. Ganz soweit ist Campact.de noch nicht. Aber auch hier beziehen immerhin schon gut 83.000 Menschen den Aktionsnewsletter, der auf die neusten Campagnen hinweist und die Empfänger zum Mitmachen auffordert.

Campact ist nach eigenen Angaben unabhängig aber nicht basisdemokratisch organisiert. Eine Gruppe von hauptamtlichen Mitarbeitern bestimmt die Agenda und „horcht“ dazu aber immer wieder in die Basis hinein, welche Themen kampagnenfähig sind.

Ganz unkritsich finde ich das nicht, zumal Campact auch mit Unternehmen wie Naturstrom kooperiert. Christoph Bautz hält das aber für nicht problematisch, zumal man kein Geld nimmt, sondern nur den Verteiler der Kooperationspartner aus der Wirtschaft nutzt, um auf die Aktionen hinzuweisen.

Sicherlich hat auch Campact das Potential Dinge zu bewegen und Bürger stärker in politsche Entscheidungen einzubeziehen.  Was ja eine gute Sache ist. Mehr zum Thema demnächst unter: www.elektrischer-reporter.de.

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