Die Deutsche Bahn will mit einem neuen Service unter der Bezeichnng „The Indian Feeling“ wieder mehr Reisende in ihre alten IC-Züge locken. Ab sofort dürfen Passagiere in den Monaten Mai bis September auch auf dem Dach der Wagons mitfahren. Dazu wurden in den letzten Wochen neben den Türen spezielle Trittleitern angebracht und die Dächer mit Haltegriffen versehen.

Nach eigenen Angaben will die Bahn ihren Kunden die Faszination von Bahnreisen auf dem indischen Subkontinent vermitteln.

Ein Sprecher der Bahn bestätigte gegenüber diesem Blog: „Wir möchten unseren Kunden ein attraktives und günstiges Angebot machen. Unsere IC-Züge fahren so langsam, dass das Mitfahren auf dem Dach vollkommen ungefährlich ist“, sagt Hermann Mähdorn.

Die Fahrgäste hätten sogar einen deutlich erhöhten Reisekomfort gegenüber den Mitreisenden im Abteil. „Auf dem Dach herrscht stets ein angenehmes Klima“, erklärt Mähdorn. Auch von den beim IC stets übel stinkenden Bremsen bekomme man nichts mit. Außerdem böte das Fahren auf dem Dach einen natürlich Schutz vor Vieltelefonierern.

Bei Regen sollen Planen aus den Altbeständen der NVA an die Dachpassagiere ausgegeben werden. Das Angebot gilt nur für Inhaber einer Bahncard, die schon Bahncomfortpunkte gesammelt haben. „Wir müssen dieses attraktive Angebot limitieren, weil die Nachfrage einfach zu groß ist,“ sagt der Sprecher. Das hätte die Marktforschung ergeben.

Bahnexperten vermuten jedoch, dass die Bahn mit dem Angebot „Indian Feeling“ nur von dem Umstand ablenken will, dass sie einfach nicht mehr über genug rollfähige Wagons verfügt, um in den Ferienmonaten allen Passagieren einen Sitzplatz anbieten zu können. „Da aber sowieso nur noch Menschen aus der unteren Einkommensgruppe die Bahn nutzen, ist das Angebot aus Sicht der Bahn konsequent“, meint Peter Bremser, Vorstand des Fahrgastverbandes Froh-Bahn.

Auch das Bundesverkehrsministerium äußerte sich positiv. „Wir hatten bereits über eine Abwrackprämie für Wagons unterhalten, dieses Thema ist mit „Indian Feeling“ aber nun glücklicherweise vom Tisch. Wir werden uns weiter voll auf die Autoindustrie konzentrieren“, sagt Ferdinand Päich, Sprecher im Bundesverkehrsministerium.

Buchen kann man „Indian Feeling“ hier.

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