Vielleicht ist es ja ein Zufall: Auf Seite 2 berichtet das Handelsblatt heute klein über die Sozialenzyklika von Papst Benedikt XVI. (Caritas in veritate), in der er sich gegen „ein rücksichtsloses Profitdenken und für Moral und Ethik im Wirtschaften“ einsetzt.

Blättern wir dann weiter in die Finanzzeitung auf die Seiten 22/23, reichen schon die Überschriften, um zu sehen, was Sache ist bzw. wie weit der Papst von den Finanzzentren entfernt ist:

„Und ewig lockt das schnelle Geld“

“ Gedemütigte Banker greifen an“

„Die dicken Boni sind zurück“

„Nur die Visitenkarten ändern sich“

Wie gesagt, das sind nicht etwa die Überschriften einer Woche, sondern einer Doppelseite an einem Tag.

Vielleicht ist deshalb auch die Handelsblatt-Finanzzeitung (Aufmachung: „Das ewige Kasino“) vom Rest der Zeitung getrennt, weil die Finanzwelt eben in sich geschlossen ist und nach eigenen Regeln funktioniert. Diese Regeln widersprechen in nahezu allen Punkten, dem was der Papst in seiner Enzyklika fordert.

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