pechakucha night in düsseldorf

pechakucha night in düsseldorf

Die Menschen lieben Geschichten. Heute versammeln sich Menschen um Beamer und hören, was andere ihnen zu erzählen haben. Pechakucha Veranstaltungen sind regelmäßig voll bis übervoll, so auch gestern in Düsseldorf. Pechakucha ist Storytelling, die Besucher freuen sich über Einblicke in fremde Lebens- und Wissenswelten: Egal ob es um Hochhäuser in Düsseldorf geht oder das Kerzenlicht als die wichtigste Erfindung der Menschheit (oder warum es bei alten Meistern so wenig blau im Bild gibt).

Und doch haben wir wohl im Laufe der letzten Jahre viel von unserer Erzählkompetenz an die Technik verloren. Deborah Eisinger berichtete in: „ohne titel oder: fotografie und andere geschichten“ von ihrem Vergleich des fotografischen Erzählens früher und heute.

Das Fotoalbum unserer Eltern war eine sorgsam kuratierte und arangierte, in Bildern erzählte Episode aus dem Leben. In ausgewählten und oftmals beschrifteten Fotos wurden einzelne Kapitel in einem Album ausgebreitet: Der Urlaub, die Hochzeit, die Einschulung. Ein Stück abgeschlossene Geschichte, das beim gemeinsamen Betrachten sofort zum Geschichtenerzählen führte.

Heute werden täglich Millionen von Bildern in die Sozialen Netzwerke gepumt. Die Motive haben sich dabei nicht verändert, doch die Anzahl der Bilder hat sich vervielfacht.

Kein Augenblick bleibt mehr unbeobachtet, doch welche Geschichte entsteht daraus? Wer kuratiert, wer sortiert, wer fügt all diesen Fotos (und Videos) Bedeutung hinzu? Wer sorgt für „usability“? Wie findet man noch den Zugang?

Tatsächlich wird dieser Ozean aus Bildern in den meisten Fällen nur doch durch die Plattformen nutzbar gemacht, auf denen sie landen: Meist Facebook oder Instagram, seltener Flickr oder andere. Die dort zum Einsatz kommenden Regeln erzählen dann für uns unsere Geschichte – am schönsten kann man das bei Facebook nachvollziehen, wenn man durch die einzelnen Jahre browst. Und das sieht dann bei allen 1,x Mrd. Facebook Nutzern auf der Welt gleich aus, einheitlich durchformatiert.

Aber nur diese Bilderspeicher ermöglichen noch den Zugang, sorgen für Sortierung und eine Reihenfolgen in unseren digitalen Artefakten. Aber werden hier noch Geschichten erzählt?

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