In meinen Augen ist „Kampf gegen den Terror“ die falsche Metapher. Gewalt führt zu Krieg führt zu Gewalt. Terror ist dem Begriff nach etwas Abstraktes. Wer dagegen kämpfen will, muss den Begriff operationalisieren, „Ziele benennen“ und kämpft damit zwangsläufig gegen Menschen oder Staaten, was dann eben zu weiterer Gewalt führt. Wir haben jetzt bald 15 Jahre diesen Weg beschritten, sind aber keinen Schritt im Sinne unserer Ziele weitergekommen.

Im Gegenteil: Wir stehen vor einem großen Trümmerhaufen dieser Politik und vielen gescheiterten Staaten, aus denen neuer Terror entsteht. Weltpolitik auf der Ebene der Vereinten Nationen ist nicht mehr handlungsfähig. Stattdessen erleben wir eine immer breitere Ausdifferenzierung von Gewalt und Krieg – nicht zu letzt mit und auf dem Rücken von Flüchtlingen. 

Kampf gegen den Terror ist die falsche Metapher, weil sie erst auf der zweiten Ebene ein positives Ziel kommuniziert (Aufrechterhaltung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten).

Kampf gegen den Terror ist die falsche Metapher, weil sie Grenzen zieht und Gegner schafft anstatt auf Versöhnung gerichtet zu sein. Kampf gegen den Terror beginnt, staatliches Handeln auf allen Ebenen zu dominieren, so weit darf es nicht kommen.

Wir sollten stattdessen ein Eintreten für eine gerechte, friedliche Welt kommunizieren und Kriegsrhetorik außen vor lassen.

Advertisements