Die Stadtkämmerer der Republik sollten heute aufmerksam das Handelsblatt lesen. Schließlich fühlen sich viele von ihnen ja als Unternehmer und sollten informiert sein, was in der Welt der Wirtschaft passiert. Dort ist direkt auf Seite 1 beschrieben, wie es einem ergehen kann, wenn man einen Großteil seiner beleihungsfähigen Vermögensgegenstände verkauft hat.

Wir lesen: Karstadt erneut Sanierungsfall. Um die Warenhauskette zu entschulden hatte Arcandor Konzernchef Thomas Middelhoff das Gesamtpaket seiner Häuser im Wert von 4,5 Mrd. Euro im Frühjahr an Finanzinvestoren verkauft, berichtet die Zeitung. Anfang des Jahres 2007 hatte er bereits die finanzielle Rettung es Unternehmens verkündet. Doch das war wohl voreilig. Die Aktie ist mittlerweile von 29 Euro im April 2007 auf unter 6 Euro gefallen.

Nun wird es schwierig für das traditionsreiche Kaufhaus, denn Banken tun sich mit der Finanzierung schwer, wenn man nur noch wenig Sicherheiten bietet. Und das gilt im Zeichen dieser üblen Finanzkrise umso mehr.

Dummerweise war die Vorgehensweise von Karstadt so etwas wie die Blaupause für viele Gemeinden. Düsseldorf und andere sind mächtig Stolz auf den Status „wir sind schuldenfrei“. Doch auch die Schublanden mit dem Tafelsilber sind leer. Die vormals der Allgemeinheit gehörenden Immobilien und Unternehmen wurden verkauft und ab diesem Zeitpunkt laufen die Geldströme über Mieten und andere Zahlungen in Richtung der Investoren.

Doch wer sich nicht wirtschaftlich verhält und rentabel wirtschaftet, dem nützen auch die Geldspritzen durch liquidiertes Eigentum nichts. Kann sein, dass es einigen Städten bald wie Karstadt geht – also Stadtkämmerer aufgepasst!